Luftfedertypen
Es gibt Einfaltenbälge, Zweifaltenbälge, Dreifaltenbälge usw.
Im KFZ-Bereich werden Einfalten- und vor allem Zweifaltenbälge verwendet.
Welches Luftfedersystem von welchem Hersteller nun das Beste für Ihr Wohnmobil ist, läßt sich nicht pauschal beantworten.
Übrigens,- mit Hilfe einer Luftfederung ist auch eine Auflastung der meisten Wohnmobile ( in Verbindung mit einem Auflastungsgutachten ) möglich.
Der Faltenbalg:
Dieser Balg der Luftfeder entspricht in seinem Aufbau der eines Automobilreifens und ist auch entsprechend robust. Hier werden oberer Wulst und unterer Wulst luftdicht mit Kopf- bzw. Fußplatte verbunden. Jeder Balg muss kostenaufwendig einzeln angefertigt werden.
Der Zweifaltenbalg ist vergleichbar mit zwei übereinandergelegten Autoreifen, deren sich berührende Flanken miteinander verbunden sind. Kopf- und Fußplatte sind flach und somit kann diese Luftfeder sehr eng zusammengedrückt werden (geringe Bauhöhe). Sie braucht daher vertikal wenig Platz und kann an günstiger Stelle zwischen Unterkante Längsträger und Oberkante Achse montiert werden.Die Federfrequenz ist bei dieser Feder hoch. Das heißt. sie schwingt, wenn sie frei schwingen kann, wenig gehemmt auf und ab. Die hohe Federfrequenz der Faltenbälge macht sich quasi nicht bemerkbar, wenn diese als Zusatzluftfeder verwendet wird, denn die Originalfeder in Verbindung mit den Stoßdämpfern sowie die große Masse des Aufbaus/der Karosserie lassen die hohe Federfrequenz nicht zur Wirkung kommen.
Der Rollbalg:
Der Balg besteht aus beidseitig gummiertem Gewebe in Schlauchform. Dieses Gewebe wird vom preisgünstig herzustellenden Endlosschlauch in entsprechend gewünschter Länge abgeschnitten.
Dieser flexible Schlauch ist vergleichbar mit einem gewebeverstärkten Wasserschlauch großen Durchmessers wie bei Feuerwehrschläuchen. Dieser Gummischlauch wird oben an der flachen Kopfplatte luftdicht befestigt. Unten am Sockel wird der Luftbalg in eine Falte gebracht. So wie sich der Abstand zwischen Kopf- und Fußplatte - also die Höhe der Luftfeder - ändert, „rollt" die Falte entlang der kolbenförmigen Fußplatte auf und ab. Daher hat diese Luftfeder ihren Namen Rollbalg. Der Querschnitt durch die Luftfeder lässt eine Stufenform erkennen:
Oben ist der Querschnitt zylinderförmig und unten ringförmig wegen des hohen unteren Sockels. Wegen dieser Querschnittsstruktur ist die Federfrequenz sehr gering. Diese Luftfeder schwingt nicht oft nach und kommt schnell zum Stillstand. Sie wirkt so, als hätte sie einen integrierten Stoßdämpfer. Das macht sie angenehm im Fahrkomfort, wenn der Luftdruck nicht zu hoch ist. Diese angenehme Federfrequenz ist der Grund, warum Rollbälge die idealen Luftfedern für VollLuftfederungen sind.
Wegen der großen Höhe der Fußplatte ist die Blockhöhe (Minimalhöhe) der Rollbalg-Luftfeder verhältnismäßig hoch und braucht daher in vertikaler Richtung viel Platz.
Daher kann diese Feder oft nicht zwischen Unterkante Chassisrahmen und Achsoberkante montiert werden, sondern sie muß, wenn sie auf der Achse montiert wird, oberhalb der Unterkante des Längsträgers - also weiter nach innen neben den Rahmen - montiert werden. Der Rahmen wird hierdurch zusätzlich mit Torsionskräften belastet.
Wenn diese Luftfeder mittig unter dem Längsträger montiert wird, dann muss sie unterhalb der Achsoberkante befestigt werden - also vor oder hinter der Achse. Diese Variante ist sehr ungünstig, da aufgrund des entstandenen Hebelarmes die Achse gedreht wird. Die Originalfeder-Charakteristik ist dann gestört und das Fahrverhalten wird unkomfortabler. Ebenso kann der Bremskraftregler ungünstig beeinflusst werden.
Der Kegelbalg ist im Gegensatz zum tonnenförmigen Rollbalg wie ein Kegel geschnitten. Dadurtch wird der Rollweg auch bei geringem Luftdruck vorgegeben und der Balg kann nicht knittern. Während sich der Rollbalg ohne Luftdruck schnell zerstören kann, ist der Kegelbalg dagegen recht immun. Er erfordert allerdings einen höheren Fertigungsaufwand und rechtfertigt seine Mehrkosten durch beste Federleistung und Langlebigkeit.
|
|