Die meist gestellten Fragen:
Kann man an einem Wohnmobil grundsätzlich einen Lastenträger montieren und wie schwer darf man ihn beladen?
Diese Frage ist nur mit der Durchführung einer Berechnung sicher zu beantworten, denn bei einem Wohnmobil gibt es unbegrenzte Möglichkeiten. Die Erdanziehungskraft, das Hebelgesetz und die Fliehkraft setzen hier Grenzen, die unbedingt eingehalten werden müssen, um die Sicherheit im Fahrverhalten beizubehalten.
Dehalb sollten die nachfolgenden Messungen, Wiegungen und Berechnungen vorgenommen werden.
Auch kann der Federweg sich so sehr reduzieren, dass die Gummianschlagpuffer am Chassisrahmen die Achse fast schon berühren oder sogar fest aufliegen.
Wenn bei der Messung des Restfederweges oder der nachfolgend beschriebenen Berechnung festgestellt wird, dass Grenzwerte erreicht oder gar überschritten werden, kann mit nachfolgend beschriebenen vier Maßnahmen eine Lösung der Aufgabe gefunden werden:
- Eine Verstärkung der Federung durch den Einbau einer großdimensionierten Zusatzluftfeder ist fast unumgänglich. Diese garantiert wieder ausreichenden Federweg an der Hinterachse, verlagert Gewicht auf die Vorderachse und verbessert somit die Traktion bei frontangetriebenen Fahrzeugen und ermöglicht weiterhin das Auf- und Abfahren auf/von Fähren ohne mit dem Heck die Fahrbahn zu tangieren
- Stabilisatoren verbessern den Geradeauslauf und vermindern die Seitenwindempfindlichkeit, denn diese verstärkt sich durch die Entlastung der Vorderachse bei Mitnahme eines Motorrollers.
- Eine Gewichtsauflastung sowohl der Achslast als auch des Fahrzeuggesamtgewichtes ist oft zwingende Voraussetzung für die Mitnahme eines Motorrollers.
- Auf die Tragfähigkeit und das Alter der Reifen ist unbedingt zu achten.
Wieviel Zuladung ist zulässig ?
Die zulässige Beladung eines Motorradträgers am Reisemobil ist abhängig von der zulässigen Hinterachslast des Fahrzeuges und der technisch zulässigen Belastung des Trägers.
Mit der folgenden Formel lässt sich die mögliche Zuladung errechnen:
F(L)= F(HA) x A / A+B
F(L) = zulässige Ladungsmasse
F(HA) = Differenz aus zulässiger (aus Kfz-Schein) und realer (gewogener) Hinterachslast
A = Radstand
B = wirksamer Hebelarm der Ladungsmasse (zur überschlägigen Berechnung kann davon ausgegangen werden, dass der Schwerpunkt der Ladung ca. 350mm hinter dem Fahrzeugende liegt).
Sollten Sie eine höhere Beladung als errechnet wünschen, ist es evtl. möglich die Achslast durch eine Auflastung zu erhöhen.
Kann ich Produkte verschiedener Hersteller kombinieren?
Die Aufnahme-Elemente, die fest am Chassis verschraubt werden, sind oft aus Rechteck-Stahlrohr mit dem Innendurchmesser 40 mm x 60 mm gefertigt. Auch Anhängekupplungen werden oft aus diesem Stahlquerschnitt gefertigt und das Stahlrohr ist nach hinten offen, damit sie gleichzeitig als Trägeraufnahme dienen können. Viele Hersteller von Trägersystemen verwenden. am Trägergestell ein Rechteck-Rohr mit den Außenmaßen 40 mm x 60 mm. Daher lassen sich Träger des einen Herstellers mit Aufnahmeelementen des anderen Herstellers kombinieren. Eine Ausnahme machen die Systeme der Firmen Fiedler und Linnepe, deren Träger aus Aluminium gefertigt sind, und deshalb andere Abmessungen haben.
Welchen Vorteil haben Heckträger zum Transportieren von Fahrrädern gegenüber Rückwandträgern?
Die oft nur gering belastbare Rückwand des Wohnmobiles bleibt völlig unbelastet und braucht auch nicht durchbohrt zu werden. Die Fahrräder sind auf dem Heckträger deutlich tiefer platziert und somit wird ein „Fahrradstemmen" vermieden. Der Schwerpunkt liegt tiefer und die Sicht aus einem Heckfenster bleibt erhalten.
Wie komme ich an die Klappe des Heckstaufachs?
Um eine Heck-Klappe bei montiertem Heckträger-System erreichen zu können, muss dieser mühelos vom Wohnmobilheck wegbewegt werden können. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: schwenkbar, abklappbar, mit oder ohne Last ausziehbar, ausrollbar oder auskurbelbar.
Wie kann ich das Trägersystem kombiniert nutzen: Roller, Fahrräder, Sportgeräte, Gepäckbox?
Der Lastenträger kann nicht nur alternativ zum Transportieren eines Kraftrades, von Fahrrädern, eines Rollstuhles, von Sportgeräten oder einer Gepäckbox genutzt werden. Auf einem Trägersystem können die oben genannten Lasten auch in Kombination transportiertwerden:
Zum Beispiel: Roller plus Fahrräder oder Box plus Fahrräder darauf.
Eine Transport-Plattform bietet noch mehr Kombinationsmöglichkeiten. Vor allem wenn diese mittels Plane und Spriegel zu einer Planenbox aufgewertet wird.
Kann ich den Heckträger in Verbindung mit einer Anhängekupplung nutzen?
Wie schon beschrieben, können oft die Aufnahme-Elemente am Anhänge-Kupplungs-Grundrahmen verschraubt werden. Dank des geschlossenen Systems des Anhängegrundrahmens, der einseitige Kräfte auf beide Seiten verteilt, kann der Heckträger in dieser Kombination eine Nutzlast von 200 kg haben. Es ist daher zu überlegen, ob Sie nicht generell diese Kombination verwenden wollen. Sie hat folgende Vorteile:
O größere Sicherheit O höhere TraglastO mit geringem Aufpreis wird aus dem Anhängegrundrahmen eine vollwertige Anhängekupplung und Ihr Wohnmobil wird nicht nur interessanter für Sie, sondern auch für einen Käufer Ihres Wohnmobils als zukünftiges Gebrauchtfahrzeug. Heckträger und Anhängekupplung sind zumindest alternativ nutzbar.
Kann ich gleichzeitig einen Motorroller transportieren und einen Anhänger ziehen?
Bisher war dies in den meisten Fällen nicht möglich, weil die von der DIN 74058 geforderten Freiraummaße nur selten erreicht wurden. Der Abstand zwischen Träger und Anhänger war fast immer zu gering. Das Höherlegen der Bühne um ca. einen halben Meter birgt viele Nachteile und führt oft nicht zum Ziel.
Bei einem Überhang von 1,5 m über das Ende des Originalrahmens hinaus (Überbauung) hat eine Anhängekupplung noch eine Anhängelast von ca. 600 kg. Oft ist aber der Überhang geringer und gleichzeitig wird keine hohe Anhängelast benötigt. Daher kann die Anhängekupplung hinter dem Wohnmobil hinausragen und der überhängende Anhängegrundrahmen dient als Motorroller-Träger. Auf diese Weise lässt sich z.B. ein Motorroller transportieren und gleichzeitig ein Anhänger ziehen.
Kann ich das Trägersystem übernehmen, wenn ich ein neues Wohnmobil kaufe?
Das in die Aufnahmeelemente einzuschiebende Trägersystem kann am nächsten Wohnmobil wiederverwendet werden. Nur die Aufnahmeelemente sind in der Regel neu anzuschaffen, da diese fahrzeugtypspezifisch sind. Ebenso muss die elektrische Steckdose für die Beleuchtung am neuen Wohnmobil neu installiert werden, da sich ein „Umbau" nicht lohnt. Wenn der Abstand zwischen den Aufnahmeelementen differiert, müssen neue Befestigungsbohrungen an der Motorradwanne und an dem Leuchtenträger angebracht werden.
Wie komme ich mit dem Roller auf die Bühne und wie wieder herunter?
Am komfortabelsten geschieht dies bei einer bis auf den Boden absenkbaren Motorradbühne. Der Roller lässt sich bei abgesenkter Bühne auch mühelos arretieren, blockieren und gegen Umkippen sichern. Erst wenn dies geschehen ist, wird der Roller hochgekurbelt oder elektromotorisch angehoben. Jetzt wird nur noch die bewegliche Bühne am starren Teil gesichert und die Fahrt kann beginnen.
Neuerdings gibt es eine Bühne, die nur auf einer Seite deutlich abgesenkt wird, so dass diese dann eine schräge Ebene bildet. Ein Linear-Motor, der auf dem Boden steht, führt elektromotorisch diese Bewegungen aus. Eine kurze einsteckbare Auffahrschiene mit darin liegendem Keil als Rückrollsicherung verlängert die schräge Ebene der Bühne bis zum Boden.
Wenn der Roller auf eine höhergelegene horinzontale Bühne gebracht werden muss, so ist dieser über eine schiefe Ebene = Auffahrschiene hochzufahren oder zu schieben. Hierbei kommt es oft vor, dass im Knickwinkelbereich (oberes Ende Auffahrschiene/äußere Kante Motorrollerbühne) der Roller mit dem tief liegenden Triebwerk hängen bleibt. In diesem Falle gibt es mehrere Hilfsmittel:Eine Auffahrschienen-Verlängerung.Eine gasdruckfedergelagerte Motorradwanne, die sich beim Rauf- oder Runterfahren automatisch auf der dem Knickwinkelbereich gegenüberliegenden Seite anhebt.Eine durch Fußkraft oder elektromotorisch betätigte Hebevorrichtung, welche die Auffahrschiene mit daraufstehendem Motorroller anhebt, um dann das Kraftrad mit deutlich geringerem Knickwinkel weiter auf die Bühne zu schieben oder zu fahren.O Einen Keil = Huppel, der sich vor dem Knickpunkt auf der schiefen Ebene = Auffahrschiene befindet und den Roller anhebt, bevor der Knick erreicht wird.
Wie arretiere ich den Roller in Fahrtrichtung des Zweirades?
Der Roller wird zwischen zwei Unterlegkeilen eingekeilt. Hierbei soll beim Abschließen das Vorderrad in Geradeausstellung arretieren. Eine bequemere Art ist ein Doppelkeil in Wannenform, der das Vorderrad auf beiden Seiten einkeilt, nachdem man über einen dieser Keile gefahren ist. Diese Wanne mit den doppelten Unterlegkeilen kann in jeder beliebigen Winkelstellung auf einer breiten Motorradwanne oder auf einer Plattform verschraubt werden, so dass das Vorderrad auch verkeilt wird, wenn sich der Lenker nur eingeschlagen abschließen lässt.
Wie blockiere ich die Federung des Rollers?
Da der Roller während der Fahrt kein „Eigenleben" haben darf, also nicht ständig auf- und abspringen darf, muss er unbedingt in seine Federung heruntergezogen und in dieser Position blockiert werden. Andernfalls würde der Roller irgendworan scheuern, und es könnte Schaden entstehen.Der Roller kann auf verschiedene Arten nach unten zur Wanne oder Plattform gezogen werden:mit Zurrbändernmit Spannschlössern • mit einer speziellen Hebelspannvorrichtung
Wie sichere ich den Roller gegen Umkippen?
Fast alle Motorradträgerhersteller haben an ihren Motorradträger-Systemen einen mehr oder weniger stabilen, oft höhenverstellbaren Bügel, der gepolstert sein kann. Dieser Bügel dient dazu, den Roller gegen Umkippen zu sichern. Er übernimmt die Kräfte des Rollers, die in Fahrtrichtung des Wohnmobils beim Beschleunigen und Verzögern des Fahrzeugs entstehen. Bei einem Unfall hält dieser Bügel das Kraftrad zurück. Jetzt kann man ganz simpel den Roller mit einem Spanngurt an diesem Bügel „festbinden" oder es wird ein Auslegearm an diesem Bügel befestigt, dessen anderes Ende den Roller am Lenker oder am Heck des Fahrzeugs fixiert. Hier werden gerne Klemmvorrichtungen verwendet, die den Roller am Lenkergriff greifen. Diese Klemmvorrichtung kann sich bei starker Belastung lösen - d.h. der Lenkergriff rutscht raus und der Handgriff wird auch oft durch die Klemmung verletzt. Eine gute aber nicht unbedingt immer anwendbare Möglichkeit der Verbindung des Rollers mit dem Bügel oder einer anderen Art der seitlichen Abstützung ist ein Haltearm mit Gelenken an beiden Enden. Eine Haltezunge mit Gelenkkopf wird am Motorroller verschraubt. Dieses Teil bleibt immer am Kraftrad. Es muss so montiert werden, dass es für den Zweiradfahrer zu keiner Verletzungsgefahr führen kann. Ein Gelenkarm dessen anderes Ende an der Abstützung am Trägersystem befestigt ist, wird am Roller an- und abgekuppelt. Als Zubehör gibt es hier einen Druck- und Zugdämpfer, derz.B. bei einer Vollbremsung die Kräfte dämpft.